Geschichte

Gründung 1932

Bei der Gründung der Feuerwehr Nörtershausen im Jahr 1932 standen der Wehr als Ausrüstung nur eine Handdruckspritze, 50 lfd. Meter Druckschläuche, 8 Ledereimer und 4 Kreuzhacken zu Verfügung. Da Nörterhausen noch keine Wasser-leitung hatte, wurde bei einem Brand eine Eimer-kette vom "Brandeweiher", dem Löschteisch am alten Spritzenhaus, zur Brandstelle gebildet und so die Handdruckspritze gefüllt. Dabei halfen alle Dorfbewohner mit.
Das "Spritzenhaus", in welchem die Ausrüstung untergebracht war, stand etwa am gleichen Platz wie das heutige Gerätehaus. Der "Brandeweiher", ein Löschteich, war ungefähr dort, wo heute der Zaun von Fam. Schneider ist.

Erste Wasserleitung und Motorspritze

1954 erhielt Nörtershausen eine Wasserleitung, diese wurde vom Hochbehälter zwischen Bauhof und Sportplatz gespeißt. Für Brandfälle stand in diesem Hochbehälter ein seperater Wasservorrat von 40.000 Liter zu Verfügung, welcher nicht für die reguläre Wasserversorgung benutzt wurde. Da zu dieser Zeit noch keine Motorspritze zur Verfügung stand, wurde bei Einsätzen direkt vom Hydrant aus gearbeitet. Beim Amtsantritt von Wehrführer Theo Wagner verfügte die Wehr über 1 Standrohr, 5 C-Schläuche, ein Strahlrohr sowie Hacken, Schippen und Brandhaken. Erst am 21.03.1961 konnte eine Tragkraftspritze TS 8/8 von Ziegler mit VW-Motor und 34 PS am Güterbahnhof in Neuwied in Empfang genommen werden. Diese wurde im Rahmen einer Landesaktion beschafft und sollte eigentlich bereits im Januar 1960 geliefert werden, durch eine Änderung der eingebauten Motoren verzögerte sich dieser Termin jedoch mehrfach. Diese 800 Liter Wasser pro Minute liefernde Motorspritze wurde auf einem Tragkraftspritzenanhänger (TSA) befördert. Dieser wurde im Brandfall mit einem Traktor, LKW oder notfalls auch durch Muskelkraft an den Brandort geschafft. Für die Wehr bedeutete die Motorspritze und der TSA eine enorme Erhöhung der Schlagkraft.

1958 wurden einige bedeutende Neuanschaffungen getätigt, darunter eine 2-teilige Schiebleiter aus Holz mit einer Rettungshöhe von 10m, ein Viertonhorn (Feuermeldehorn), eine Kübelspritze sowie Helme, Gurte, Leinen und ein weiteres Strahlrohr.

Neues Feuerwehrhaus

In den Jahren 1967/68 erfolgte der Neubau des Gerätehauses an der Stelle des alten Spritzenhauses. Es bestand zunächst nur aus einer Fahrzeuggarage, auf der die Sirene installiert war. Es bot Platz für den Tragkraftspritzenanhänger sowie die Einsatzkleidung, die bis dahin noch bei den Wehrmännern zuhause gelagert wurde. Der Neubau wurde am 07.06.1970 im Rahmen eines Feuerwehrfestes offiziell eingewiehen. Die Ünterbringung der Einsatzkleidung wurde mit dem Einbau von Kleiderhaken und Helmhaltern nach dem Vorbild der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen 1972 zusätzlich verbessert.
Da sich schnell herausstellte, dass auch das neue Gerätehaus zur Ünterbringung aller Gerätschaften zu klein wurde, begann im März 1982 der Anbau einer weiteren Garage mit Flachdach. Zusätzlich wurde im Keller ein Kammeradschaftsraum mit Küche und Toiletten errichtet..

Erstes Fahrzeug

Im Jahr 1971 beschloß die Gemeinde Nörtershausen, damals waren für Aufstellung und Ausrüstung der Feuerwehren noch die Gemeinden zuständig, den Anhänger durch ein Tragkraftspritzenfahrzeug-Trupp (TSF-T) zu ersetzen. Im Rahmen einer Landesaktion zur Beschaffung von Fahrzeugen und Motorspritzen für kleinere Feuerwehren (TSAF-Aktion) wurde ein VW T1 beschafft und am 6. März 1972 in Giengen a.d. Brenz beim Hersteller Ziegler von Bürgerneister Klaus Rosenbach, Wehrführer Theo Wagner und stelv. Wehrführer Josef Bildhauer abgeholt. Am 06.08.1972 erfolgte die Einweihung des Fahrzeugs im Rahmen des 40jährigen Jubiläums unserer Wehr. Der Kaufpreis betrug damals 17.000 DM, wovon der Kreis Mayen-Koblenz 2000 DM, die Gemeinde Nörtershausen 4460 DM und das Land Rheinland-Pfalz den Rest trug. Da sich die Bezuschussungsrichtlinie des Kreises am 1.1.1973 änderte, stand der Kreiszuschuß zunächst in Frage, wurde nach einigem Schriftwechsel jedoch gezahlt. Da am Dieses TSF-T hatte eine Besatzung von 3 Feuerwehrmännern, jedoch die Ausrüstung für eine Löschgruppe (9 Feuerwehrleute) an Bord. Dieses war bis Mai 1987 in Nörterhausen im Einsatz, bevor es an die Freiwillige Feuerwehr Gondorf ging. Stattdessen erhielt unsere Wehr ein TSF mit Staffelbesatzung (6 Feuerwehrleute) von der Feuerwehr Winningen auf Mercedes-Benz 310. Es ist bis heute im Einsatz.

Neue Einsatzkleidung und Atemschutz

Zwischen 1980 und 1983 stellte uns die Verbandsgemeinde Untermosel, welche mittlerweile für die Feuerwehren zuständig war, neue Einsatzkleidung und Helme zur Verfügung. Die Kleidung bestand aus einer orangenen Jacke und einer dunkelblauen Hose, beide aus einem imprägnierten Baumwollgemisch, welches schwer entflammbar war. Diese Einsatzkleidung löste die bislang verwendeten scharzen Arbeitsuniformen ab und sind bis heute als leichte Einsatzkleidung und für Übungsdienste im Gebrauch. Die beschafften Helme sind bis heute Standard bei den meisten Feuerwehren in Deutschland, sie bestehen aus Aluminium und sind mit einem gelben, phosphorisierenden Lack überzogen, welcher im dunkeln leuchtet. Vorher wurden scharze Stahlhelme, ähnlich den Helmen der Wehrmach im 2 Weltkrieg, verwendet.
Ab 1998 wurden neuartige Überjacken aus feuerbeständigem Nomex-Gewebe für die Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehren beschafft. Diese sollen vor den erhöhten Gefahren beim Innenangriff schützen. Die bislang verwendeten Jacken hatten sich zuvor als unzureichender Schutz für die Einsatzkräfte erwiesen. Die neuen Überjacken haben 4 Lagen und wiegen ca. 3 kg. Sie halten einer Beflammung mit 800 Grad mindestens 10 Sekunden lang stand, wobei der Träger keine schwerwiegenden Verbrennungen davontragen darf. Somit sind die Feuerwehrleute auch vor Stichflammen und dem Phänomen "Flash-Over" geschützt. Seit 2003 sind alle Atemschutzgeräteträger unserer Wehr außerdem mit entsprechenden Überhosen und Handschuhen sowie dem "Holländischem Tuch", welches den Kopfbereich der nicht vom Helm geschützt wird bedeckt, ausgerüstet.
Im gleichen Jahr schaffte der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr für alle Kameraden Lederstiefel an. Diese bieten gegenüber den von der Verbandsgemeinde gestellten Gummistiefeln einen verbesserten Tragekomfort und sind diesen insbesondere bei Kälte durch ihr Innenfutter überlegen. Zusätzlich hatten die Wehrmänner die Möglichkeit, gegen eine Selbstbeteiligung Schnürstiefel mit Schnellreißverschluß anstelle der normalen Lederstiefel zu beschaffen.

2 Atemschutzgeräte vom Typ PA-80 wurden 1986 in Dienst gestellt. Mit jeweils 1800l Pressluft konnte ein Feuerwehrmann ca 40min unabhängig von der Umgebungsluft arbeiten. Damit war es möglich, auch in völlig verrauchten Räumen den Brand zu bekämpfen und Menschen zu retten. Beide Geräte kamen 1986 während des Brandes bei Familie Eßling erstmals zum Einsatz. Die Geräte wurden zwischenzeitlich gegen anderer Geräte getauscht, seit 2001 sind in unserer Wehr Geräte wie die links abgebildeten im Einsatz.

Mannschaftstransportwagen und neue Motorspritze

Zur Unterstützung der Jugendfeuerwehr, aber auch zur Erhöhung der Schlagkraft der aktiven Wehr, wurde im Mai 1994 ein gebrauchter VW-T3 als Mannschafttransportwagen (MTW) aus der Vereinskasse beschafft. Dieser leistete bis 2002 seinen Dienst in Nörtershausen und wurde dann durch einen Fiat Ducato ersetzt. Wegen Motorschadens mußte dieses Fahrzeug 2006 durch ein Gebrauchtfahrzeug gleichen Typs ersetzt werden.

Die in die Jahre gekommene Motorspritze von Ziegler wurde 1999 durch ein Rosenbauer Fox II mit BMW-4 Zylindermotor und 62 PS ersetzt. Diese ebenfalls als TS 8/8 bezeichnete TS kann bei einem Gewicht von 180kg jedoch 1600 Liter Wasser pro Minute fördern. Die alte TS 8/8 ist ebenfalls noch im Besitz unserer Wehr.

Um die Einsatzfähigkeit der Einsatzfahrzeuge und der nun über einen Elektrostarter verfügenen Tragkraftspritze zu jeder Zeit zu gewährleisten wurde aus der Vereinskasse 2006 ein Dauerladegerät beschafft. Dieses ist an der Decke der Fahrzeughalle angebracht und sorgt so für eine dauerhaft geladene Fahrzeugbatterie.

Umbau des Gerätehauses

Mitte der 1990er begann man mit der Planung einer neuen Daches für unser Feuerwehrhaus. Aufgrund widriger Ümstände konnte das Ünterfangen jedoch erst 2003 begonnen werden. Das alte Spitzdach über dem älteren Teil des Gerätehauses wurde entfernt und durch ein neues Spitzdach über das gesammte Gerätehaus ersetzt. Dieses wurde so geplant, dass ein zusätzlicher Lagerraum sowie ein Arbeitsplatz mit Werkbank entstand. Durch das große Fenster an der Frontseite können auch schwere Gegenstände, z.B. die alten Motorspritzen oder das Zelt der Jugendfeuerwehr, einfach entnommen werden. Mit dem neuen Dach wurde gleichzeitig auch der Schlauchturm erhöht, da die Schlauchlängen mittlerweile 20 statt 15m betragen und neue Holztore anstelle der bisher vorhandenen Stahltore eingebaut. Soweit möglich, wurden die anfallenden Arbeiten in Eigenleistung erbracht. Im Rahmen dieser Ümbaumaßnahmen wurde die Fahrzeughalle komplett gefließt, die Decken wurden mit Rigipsplatten abgehangen, die Elektrik erneuert, zusätzliche Waschbecken mit Warmwasser installiert und eine Heizung eingebaut. Im Bereich der Küche erfolgten ebenfalls Renovierungsarbeiten.
Durch die Beschaffung der Überjacken und -hosen wurde die Einsatzkleidung der Wehrmänner immer umfangreicher. Außerdem sind die Überjacken wesentlich dicker und länger als die alten Einsatzanzüge. Verbunden mit dem Wunsch, die Stiefel nicht mehr auf dem Boden stehen zu haben, um das Putzen in der Fahrzeughalle zu erleichtern, begann man daher während dem Ümbau des Gerätehauses mit der Planung neuer Spinte. Diese sollten jedem Wehrmitglied mehr Platz zur Ünterbringung der Einsatzkleidung bieten und außerdem ein Fach enthalten, in welches im Einsatzfall private Gegenstände wie Mobiltelefon, Schlüssel und Geldbörse gelegt werden können. Weiterhin bietet sich die Möglichkeit, dort Ersatzkleidung unterzubringen. Die Spinte wurden 2006 durch die Schreinerei Wermann aus Nörtershausen gebaut und montiert, auch hier wurden durch die Wehrmänner viele Stunden in Eigenleistung erbracht. Gleichzeitig mit den Spinten wurde ein Materialschrank sowie zwei Arbeitsplatten in der Fahrzeughalle eingebaut.